„Man sollte es einfach probieren“ – Vorlesewettbewerb an unserer Schule
„Ich hätte niemals gedacht, dass ich gewinne.“ (Joana Al Maami, 7d)
Am Freitag, den 5.12.2025, fand erneut unser Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen statt. Wie Lara Henneke (7d), Siegerin des letzten Jahres und Jurymitglied, schreibt, waren „alle Kinder schon richtig aufgeregt, genauso wie die Jury und das Publikum“. Alle waren zu Anfang gespannt und wollten wissen, „welche schönen, tollen Bücher sich die Kinder ausgesucht hatten“.
„Das ist meine Lieblingsstelle aus diesem Buch!“ (Niclas Bohn, 6b)
Auf der Bühne saßen die Vorleser*innen sowie ihre Vertretungen für den Krankheitsfall. Zunächst lasen die Kinder in der ersten Phase aus ihren selbst gewählten Textstellen vor. Darunter waren typische Kinder- und Jugendromane, aber auch eine unübliche Auswahl: Joana Al Maami (6d) las aus dem „Tagebuch der Anne Frank“ vor. Das Zuhören habe „richtig Spaß gemacht und das Bewerten auch“, so Jurymitglied Lara. Besonders positiv fiel ihr auf, „dass das Publikum immer sehr aufmerksam zugehört hat, genauso wie die anderen Vorleser*innen und die Vertretungen auf der Bühne“.
Aber nicht nur für die Zuschauenden war es spannend – auch die Vorlesenden waren aufgeregt: „Ich hab gestottert, meine Beine haben richtig gezittert. Ich hatte die ganze Zeit so ein komisches Gefühl im Mund und konnte irgendwie nicht reden, obwohl ich doch so viel geübt habe“, so die Vorleserin.
„Tintenherz“ – Auch an der GeSa wurden die Romanfiguren lebendig
Nach den vorbereiteten Texten erhielten die Kinder in der zweiten Phase einen Fremdtext, diesmal aus dem Anfang von Cornelia Funkes Bestseller-Romanreihe „Tintenherz“. Der Text war besonders spannend, da der Plot von „Tintenherz“ eine Welt beschreibt, in der Figuren aus Büchern lebendig werden. Dies passt zum Vorlesewettbewerb: Wer den Text spannend, lebendig und flüssig vorliest, erweckt die Geschichte quasi zum Leben für das Publikum.
Frau Kahlke erklärte den Ablauf und zeigte jedem Kind, bis wohin gelesen werden sollte. Nacheinander trug jedes Kind seine Textstelle vor, während die Jury weiter bewertete. „Alle meisterten die Herausforderung souverän“, so Marlon de Klerk, ehemaliger Schulsieger der 8d. Nach jedem Lesevortrag gab es heftigen Applaus der Klassen – einige Vorlesende, wie Mohamad Said Alkrdi (6f), hatten sogar ihren eigenen Fanclub samt Poster zum Anfeuern dabei.
Das große Finale
Die Jury, darunter Lara Henneke, Marlon de Klerk, Jolie Gillies, Herr Kieren und Frau Kahlke, vergab Punkte in verschiedenen Kategorien wie „Interpretation“ oder „Lesetechnik“ und wertete die Ergebnisse im Nebenraum aus. Währenddessen wartete das Publikum, also alle sechsten Klassen, gespannt auf das Ergebnis. Nach der Beratung ging es zurück in die Aula.
„Das Grölen und Anfeuern der Klassen war nicht zu überhören“, so Jolie Gillies, Schulsiegerin 2021.
Den dritten Platz belegte Leon Beciri, der von seiner Klasse 6e, begeistert bejubelt wurde. Niclas Bohn aus der 6b erreichte den zweiten Platz und erhielt ebenfalls großen Applaus. Zu diesem Zeitpunkt war die Luft zum Zerreißen gespannt.
Als Siegerin wurde schließlich Joana Al Maami aus der 6d aufgerufen. Völlig erstaunt und dankbar nahm sie ihre Urkunde entgegen und erhielt zusätzlich einen Buchgutschein. Ihren Sieg hat sie absolut verdient, so Jolie Gillies. Daher wird sie unsere Schule beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs im Februar 2026 vertreten!
Stimmen aus dem Interview mit der Schulsiegerin: Wie bereitet man sich auf den Sieg vor?
Joana berichtete, wie sie sich vorbereitet hatte: „Ich hab mir einen Text aufgeschrieben, was ich am Anfang sagen könnte, und hab den auswendig gelernt. Ich hab nicht nur ein- oder zweimal geübt, sondern fünf- oder sechsmal“. Dabei half ihr ihre tägliche Lesegewohnheit: „Ich lese eigentlich jeden Abend zwei bis drei Seiten, manchmal mehr. Wenn ich keine Handyzeit mehr habe, fange ich an zu lesen und schaffe oft ganze Kapitel und bin dann ganz überrascht.“ Aber das war nicht immer so: „Früher konnte ich gar nicht gut lesen, nicht mal in der vierten Klasse. Erst durch Übung und Ermutigung habe ich mich getraut und immer mehr geschafft“, gesteht Joana.
Wichtig war die Unterstützung ihrer Familie, aber auch ihrer Freundin Greta Lipinski, selbst zweite Klassensiegerin: „Du musst das jetzt probieren, sonst schaffen wir es beide nicht“, feuerte Greta Joana kurz zuvor noch an. Joana betont daher nach dem Sieg: „Ohne Greta hätte ich das niemals geschafft!“
An die zukünftigen Jahrgänge hat Joana daher folgenden Tipp: „Gebt nicht auf und glaubt an euch! Wenn ihr Stück für Stück das Lesen vor Freunden und euren Eltern, dann vor der Klasse übt und in eurer Freizeit mehr lest, könnt ihr viel mehr schaffen, als ihr denkt!“
Ein großer Dank geht von ihr auch an die engagierten Deutschlehrkräfte, wie in ihrem Fall Herrn Maring sowie die anderen Klassensieger, die sich alle ihren Platz auf der Bühne verdient haben.
„Nimm einfach ein Buch in die Hand und trau dich!“ (Joana Al Maami, 7d)
Der Vorlesewettbewerb hat erneut gezeigt: Lesen macht Spaß, stärkt Selbstvertrauen und braucht Mut und Übung. Wir gratulieren Joana Al Maami herzlich und wünschen viel Erfolg beim Kreisentscheid!
Lara Henneke, Marlon de Klerk, Jolie Gillies & Frau Kahlke